Protonenpumpenhemmer

Betroffene Wirkstoffe und Arzneimittel

Wirkstoffname Handelsname Betroffene Mikronährstoffe
Omeprazol Losec und Generika Vitamin B12
Folsäure
Calcium
Vitamin D3
Magnesium
Eisen
Esomeprazol Nexium und Generika
Pantoprazol Pantoloc und Generika
Lansoprazol Agopton und Generika
Rabeprazol Pariet und Generika

Mechanismus der Wechselwirkung

Mechanismus der Wechselwirkung
Vitamin B12 Durch die Säurehemmung der PPI kommt es zu einer verminderten Freisetzung sowie einer geringeren Bioverfügbarkeit von proteingebundenem Vitamin B12 aus der Nahrung.
Calcium/
Vitamin D3
Um das in der Nahrung häufig vorkommende schwerlösliche Calicumcarbonat freizusetzen und zu resorbieren, bedarf es eines bestimmten pH-Wertes im Magen. Daher kommt es bei PPI-Anwendung zu einer geringeren Bioverfügbarkeit von diätischem Calcium.
Magnesium Der pH-Wert des Magens spielt auch hier eine entscheidende Rolle bei der Resorption von Magnesium.
Eisen Durch die Veränderung des pH-Wertes der Magensäure kommt es zu einer Beeinträchtigung der Bioverfügbarkeit und der Resorption von nahrungsgebundenem Eisen.

Folgen und mögliche Symptome der Wechselwirkung

Negative Folgen der Interaktion Mögliche Symptome
Vitamin B12  Abfall des Vitamin-B12-Spiegels
  • Schwäche, Schwindel, blasse Haut und Schleimhäute, Kurzatmigkeit, Schlafstörungen
  • Neuralgien, Parästhesien, Muskelparesen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Durchfall, Schleimhautatrophie, Glossitis, Stomatitis
  • Anämie, Reifungsstörungen, Thrombozytopenie, Leukopenie, perniziöse Anämie, Anstieg des Homocysteinspiegels im Serum
  • Indirekter Folsäuremangel
Calcium Abfall des Calciumspiegels 
  • Muskelkater, Parästhesien in Finger- und Zehenspitzen
  • Abnahme der Knochendichte, Osteoporose
  • Gestörte Blutgerinnung
  • Erhöhtes Risiko für Adipositas, Arteriosklerose, Hypertonie, Insulinresistenz
  • Beeinträchtigung des Vitamin-D-Haushaltes
Magnesium Abfall des Magnesiumspiegels
  • Unruhe, Angstzustände, geringe Stresstoleranz
  • Arrhythmien, Extrasystolen, Tachykardien, Hypertension, Durchblutungsstörungen
  • Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen, Taubheit, Kribbeln, Parästhesien
  • Depressionen, Verstimmungen, Konzentrationsstörungen, migräneartige Kopfschmerzen, Schlafstörungen
  • Hypokalzämie, Hypokaliämie
  • Störung des Vitamin-D3-Stoffwechsels
Eisen Abfall des Eisenspiegels
  • Müdigkeit, reduzierte Leistungsfähigkeit, Kälteempfindlichkeit
  • Eisenmangelanämie (hypochrome mikrozytäre Anämie), erhöhte Laktatwerte
  • Blasse Haut, Mundwinkelrhagaden, Glossitis, Dysphagie (Schluckstörungen)
  • Brüchige Nägel, diffuser Haarausfall

Empfohlene Supplementierung

Arzneistoff Empfohlene Supplementierung Dosierung
PPI Vitamin B12 500–1000 µg/d
p.o.
Calcium 1000 mg/d p.o.
Vitamin D3 2000 I.E./d p.o
Magnesium als Citrat oder Orotat 300 mg/d p.o.
Eisen 50–200 mg/d p.o

Besondere Einnahmehinweise

Wirkstoffname Einnahmemodus
PPI Vitamin B12 Es ist zu empfehlen, Vitamin B12 mit Folsäure und Vitamin B6 zu kombinieren.
Eisen Eine gleichzeitige Vitamin-C-Aufnahme führt zu verbesserter Eisenresorption und Verträglichkeit. Den Eisenstatus labordiagnostisch zu untersuchen, ist empfohlen.

Referenzen

Referenzen

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Gröber, U. Mikronährstoffe: Metabolic Tuning – Prävention – Therapie, 3. Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2011.

Gröber, U. Arzneimittel und Mikronährstoffe: Medikationsorientierte Supplementierung, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2014.

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Stargrove, M. B. et al. Herb, Nutrient and Drug Interactions: Clinical Implications and Therapeutic Strategies, 1. Auflage. St. Louis, Missouri: Elsevier Health Sciences, 2008.
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