Parkinsonmittel

Mechanismus der Wechselwirkung

Mechanismus der Wechselwirkung
Vitamin B6 Die Umwandlung von L-Dopa zu Dopamin in der Peripherie wird beschleunigt. Hier kommt es zu einer Induktion der L-Dopa-Carboxylase durch das Coenzym Pyridoxalphosphat.
Niacin Die Decarboxylasehemmer hemmen die Kynureninhydroxylase, wodurch es zu einer Reduktion der peripheren Synthese von Nicotinamidcoenzym aus L-Tryptophan kommt. Zusätzlich ist Carbidopa in der Lage, Pyridoxalphosphat zu binden und somit eine Hemmung der Pyridoxalphosphokinase und eine Störung des Tryptophanmetabolismus zu initiieren.
Vitamin C Bei gleichzeitiger Gabe kommt es zu einer Verbesserung der oralen Bioverfügbarkeit von L-Dopa.
Eisen Eisen und L-Dopa und/oder Entacapon bilden einen Komplex im Gastrointestinaltrakt. Es kommt zu einer verminderten Resorption der Arzneistoffe.
Coenzym Q10 Der Bedarf an Coenzym Q10 kann durch die Gabe von L-Dopa gesteigert werden, da bei Synthese, Freisetzung, Wiederaufnahme und enzymatischem Abbau von Neurotransmittern immer reaktive Sauerstoffspezies entstehen.

Folgen und mögliche Symptome der Wechselwirkung

Negative Folgen der Interaktion Mögliche Symptome
Vitamin B6 Wirkverlust der Arzneiwirkung
  • Abnahme der oralen Bioverfügbarkeit
  • Parkinsonsymptome nehmen zu, kardiovaskuläre und gastrointestinale Störungen steigen
Niacin Abfall des Niacinspiegels
  • Erschöpfung, Gedächtnisstörungen, Muskelschwäche, Schlafstörungen
  • Enzephalopathien (Tremor, Rigor, spastische Paresen)
  • Infektanfälligkeit
  • Glossitis, Mundwinkelrhagaden, Entzündungen des Ösophagus und GIT
  • Rissige, schuppige Haut, starke Pigmentierung, verstärkte Verhornung, Pellagra (Dermatitis, Diarrhoe, Demenz)
Eisen Komplexbildung
  • Verminderte Resorption und niedrigere Bioverfügbarkeit der Arzneistoffe
Coenzym Q10 Abfall des Coenzym-Q10-Spiegels
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Muskelschwäche und -schmerzen
  • Störungen der kardialen Bioenergetik, endotheliale Dysfunktionen
  • Erhöhtes Risiko für Morbus Alzheimer, Tumore, Morbus Parkinson
  • Erhöhte Laborparameter für nitrosativen Stress
Positive Folgen der Interaktion Mögliche Symptome
Vitamin C Resorptionserhöhung
  • Anstieg von L-Dopa im Organismus und der maximalen Plasmakonzentration
  • Orale Bioverfügbarkeit steigt

Empfohlene Supplementierung

Arzneistoff Empfohlene Supplementierung Dosierung
Carbidopa, Benserazid Niacinamid 200 mg/d p.o.
Alle Folsäure 0,4-1 mg/d p.o.
Vitamin B12 100-1000 µg/d p.o.
L-Dopa Vitamin C 200-500 mg/d p.o.
Coenzym Q10 5-20 mg/kg KG/d p.o.

Besondere Einnahmehinweise

Einnahmemodus
Vitamin B6 Keine Selbstmedikation in hohen Dosen (5–10 mg/d p.o.) bei gleichzeitiger L-Dopaeinnahme.
Niacin Parkinsonpatienten unter medikamentöser Therapie sollte immer ein B-Komplex empfohlen werden, da die Medikamente zusätzlich einen negativen Einfluss auf den Homocysteinspiegel haben.
Eisen Ein zeitlicher Abstand zwischen der Eiseneinnahme und den Arzneimitteln von zwei bis drei Stunden ist dringend zu empfehlen.
Coenzym Q10 Auch eine Kombination mit Antioxidantien wie L-Glutathion und Vitamin E wäre sinnvoll.
nach oben