Trizyklische Antidepressiva

Betroffene Wirkstoffe und Arzneimittel

Wirkstoffname Handelsname Betroffene Mikronährstoffe
Amitriptylin Saroten Magnesium
Vitamin B2
Coenzym Q10
Clomipramin Anafranil
Melitracen Deanxit

Mechanismus der Wechselwirkung

Mechanismus der Wechselwirkung
Magnesium Der neuronale Energiestoffwechsel im ZNS wird durch Magnesium reguliert. Es beeinflusst die Serotoninverfügbarkeit aus L-Tryptophan und senkt die Stresshormonausschüttung. Magnesium stellt einen natürlichen NMDA-Rezeptorantagonisten dar.
Vitamin B2 Es kommt zu einer Inhibierung der Riboflavinkinase aufgrund struktureller Ähnlichkeiten. Riboflavin kann somit nicht in seine aktive Form Flavin-Adenin-Dinukleotid umgewandelt werden. Es kommt zu einer vermehrten Riboflavinausscheidung.
Coenzym Q10 Mitochondriale Enzyme der Atmungskette wie z.B. NADH-Coenzym-Q10-Oxidoreduktase werden durch trizyklische Antidepressiva negativ überlagert. Der Coenzym-Q10-Spiegel fällt ab.

Folgen und mögliche Symptome der Wechselwirkung

Negative Folgen der Interaktion Mögliche Symptome
Vitamin B2 Abfall des Vitamin-B2-Spiegels
  • Rötung und Schuppung der Haut, seborrhoische Dermatitis, Glossitis, Mundwinkelrhagaden
  • Muskelschwäche, Fatigue, periphere Neuropathien
  • Keratitis, Lichtempfindlichkeit, Vaskularisierung der Cornea
  • Normochrome normozytäre Anämie, Hyperhomocysteinämie
Coenzym Q10 Abfall des Coenzym-Q10-Spiegels
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Muskelschwäche und -schmerzen
  • Störungen der kardialen Bioenergetik, endotheliale Dysfunktionen
  • Erhöhtes Risiko für Morbus Alzheimer, Tumore, Morbus Parkinson
  • Erhöhte Laborparameter für nitrosativen Stress
Positive Folgen der Interaktion Mögliche Symptome
Magnesium Unterstützende Wirkung
  • Wirkung von Antidepressiva wird positiv unterstützt
  • Neuronaler Energiehaushalt wird positiv beeinflusst

Empfohlene Supplementierung

Arzneistoff Empfohlene Supplementierung Dosierung
Trizyklische Antidepressiva Magnesium 500 mg/d p.o.
Vitamin B2 10 mg/d p.o.
Coenzym Q10 100 mg/d p.o.

Besondere Einnahmehinweise

Einnahmemodus
Vitamin B2 Riboflavin sollte in Form eines Vitamin-B-Komplexes empfohlen werden.
Coenzym Q10 Eine Kombination mit Riboflavin ist zu empfehlen.

Referenzen

Referenzen

Gröber, U. Mikronährstoffe: Metabolic Tuning – Prävention – Therapie, 3. Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2011.

Gröber, U. Arzneimittel und Mikronährstoffe: Medikationsorientierte Supplementierung, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2014.

Moreno-Fernández, A. M. et al. 2012. Oral treatment with amitriptyline induces coenzyme Q deficiency and oxidative stress in psychiatric patients. J Psychiatr Res. 46(3):341-5.
Pinto, J. et al. 1981. Inhibition of riboflavin metabolism in rat tissues by chlorpromazine, imipramine, and amitriptyline. J Clin Invest. 67(5):1500-6.
Pochwat, B. et al. 2014. Antidepressant-like activity of magnesium in the chronic mild stress model in rats: alterations in the NMDA receptor subunits. Int J Neuropsychopharmacol. 17(3):393-405.
Stargrove, M. B. et al. Herb, Nutrient and Drug Interactions: Clinical Implications and Therapeutic Strategies, 1. Auflage. St. Louis, Missouri: Elsevier Health Sciences, 2008.

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