Antidiabetika (oral)

Betroffene Wirkstoffe und Arzneimittel

Wirkstoffname Handelsname Betroffene Mikronährstoffe
Alpha-Glukosidasehemmer  Diastabol, Glucobay

 

Vitamin D
Chrom
Alpha-Liponsäure

 

Sulfonylharnstoffe Amaryl, Diamicron MR
Biguanide Diabetex, Glucophage
Glinide Novonorm
Glitazone Actos, Diabetalan
Dipeptidyl-Peptidase-4-Hemmer Galvus, Trajenta
SGLT-2-Hemmer Forxiga

Speziell betroffene Wirkstoffe und Arzneimittel

Wirkstoffname Handelsname Betroffene Mikronährstoffe
Metformin Glucophage, Diabetex, Diabetormin Vitamin B12
Sulfonylharnstoff Amaryl, Diamicron MR, Glucobene Coenzym Q10

Mechanismus der Wechselwirkung

Mechanismus der Wechselwirkung
Vitamin D Ein Mangel an Vitamin D kann die Insulinresistenz erhöhen und die Insulinsekretion der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse verringern. Vor allem bei einer Therapie mit Glitazonen sollte der Status geprüft werden. Das Risiko für Knochenfrakturen ist hier erhöht.
Chrom Die zelluläre Insulinwirkung wird durch das chromabhängige Oligopeptid Chromodulin gesteigert.
Alpha-Liponsäure Als Coenzym der Pyruvatdehydrogenase und der Alpha-Ketoglutarat-Dehydrogenase wird die Glukoseutilisation stimuliert.
Coenzym Q10 Durch Sulfonylharnstoffe kommt es zu einer Hemmung der Coenzym-Q10-abhängigen Enzymatmungskette und somit zu einer Störung des mitochondrialen Energiestoffwechsels.
Hypothese: Eventuell kommt es zu einer Insulinsekretionsbeeinträchtigung und einem Anstieg kardialer Nebenwirkungen durch wiederholten Sauerstoffmangel des Myokards.
Vitamin B12 Um Vitamin B12 absorbieren zu können, sind freie Calciumionen notwendig. Metformin erniedrigt diese und verhindert die Aufnahme des Intrinsic-Faktor-B12-Komplexes im Darm. Durch diese Hemmung kommt es zu einer Vitamin-B12-Resorptionsstörung.

Folgen und mögliche Symptome der Wechselwirkung

Negative Folgen der Interaktion Mögliche Symptome
Vitamin D Abfall des Vitamin-D-Spiegels
  • Müdigkeit, Schwäche, Schlafstörungen
  • Infektanfälligkeit
  • Abnahme der Knochendichte, Rachitis, Osteopenie; bei Kindern: Rachitis mit Skelettdeformationen, Wirbelsäulendeformationen, Verzögerung des Milchzahndurchbruches
  • Kalzifizierung der Gefäße des Herz-Kreislauf-Systems, Herzmuskelschwäche
  • Anstieg der alkalischen Phosphatase im Blut, ungenügende Calcium- und Phosphatresorption
  • EKG-Veränderungen, tetanische Muskelspasmen (Pfötchenstellung von Händen und Füßen); bei Kindern: erhöhte Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit
  • Verminderte Insulinsekretion und erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes
  • Fertilitätsstörungen
Coenzym Q10 Abfall des Coenzym-Q10-Spiegels
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Muskelschwäche und -schmerzen
  • Störungen der kardialen Bioenergetik, endotheliale Dysfunktionen
  • Erhöhtes Risiko für Morbus Alzheimer, Tumore, Morbus Parkinson
  • Erhöhte Laborparameter für nitrosativen Stress
Vitamin B12 Abfall des Vitamin-B12-Spiegels
  • Schwäche, Schwindel, blasse Haut und Schleimhäute, Kurzatmigkeit, Schlafstörungen
  • Neuralgien, Parästhesien, Muskelparesen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Durchfall, Schleimhautatrophie, Glossitis, Stomatitis
  • Anämie, Reifungsstörungen, Thrombozytopenie, Leukopenie, perniziöse Anämie
  • Anstieg des Homocysteinspiegels im Serum
  • Indirekter Folsäuremangel
Positive Folgen der Interaktion Mögliche Symptome
Chrom Verbesserung der Glukoseverwertung
  • Blutzuckersenkende Wirkung oraler Antidiabetika, aber auch von Insulin wird verstärkt
Alpha- Liponsäure Mögliche Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung
  • Vor allem bei Diabetikern mit Polyneuropathie kommt es zu einer begünstigten Wirkung von oralen Antidiabetika und Insulin

Empfohlene Supplementierung

Arzneistoff Empfohlene Supplementierung Dosierung
Antidiabetika Vitamin D 1000 - 4000 I.E./d p.o.
Chrom 200-1000 µg/d p.o.
Alpha-Liponsäure 600-1200 mg/d p.o.
Sulfonylharnstoffe Coenzym – Q10 90-500 mg/d p.o.
Metformin Vitamin B12  500-1000 µg/d p.o.

Besondere Einnahmehinweise

Einnahmemodus
Chrom Optimale Wirkung mit Magnesium, Benfotiamin, Vitamin C und Zink.
Alpha-Liponsäure Bei diabetischer Polyneuropathie auch mit Benfotiamin (150–300 mg/d p.o.) kombinieren.
Vitamin B12 Eine Kombination aus Vitamin B12, Calcium und weiteren B-Vitaminen ist in Betracht zu ziehen - aufgrund der schlechten Vitamin- und Mineralstoffversorgung im Allgemeinen bei Diabetikern ist ein Multivitaminmineralstoffpräparat sinnvoll.

Referenzen

Referenzen

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