Phosphor

Synonym(e): Calbon-N
Nährstoffgruppe: Mineralstoffe & Spurenelemente

Vorkommen und physiologische Effekte

Vorkommen in der Nahrung

Das Mengenelement Phosphor ist in praktisch allen Lebensmitteln enthalten, wobei tierische Nahrungsmittel besser verwertbares Phosphor liefern als pflanzliche. Zu bedeutenden Phosphorquellen zählen insbesondere eiweißreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch und Käse. Zu pflanzlichen Phosphorlieferanten zählen Weizenkeime und -kleie, Bohnen, Sojabohnen und Paranüsse.
Das Phosphat aus der im Getreide enthaltenen Phytinsäure ist für den Menschen nicht resorbierbar, da im Darm ein Enzym zur Phosphatfreisetzung fehlt. Durch die Aktivierung der getreideeigenen Phytase - z.B. während der Teigführung - wird Phosphat aus der Phytinsäure abgespalten und für den Menschen verwertbar gemacht.
Die gleichzeitige Aufnahme von aktivem Vitamin D sowie hohe pH-Werte erhöhen die Bioverfügbarkeit von Phosphat. Bestimmte Mineralien (Calcium, Eisen, Aluminium) hingegen verschlechtern die Absorption.
Phosphate und Phosphorsäure finden in der Lebensmittelindustrie teilweise auch als Zusatzstoffe („E-Nummern“) Verwendung. Sie dienen u.a. als Konservierungsmittel, Backtriebhilfen, Verdickungsmittel und Säureregulatoren. In Schmelzkäse und Wurst, in Limonaden, Cola, Süßigkeiten sowie in vielen Fertiggerichten sind ebenfalls relativ hohe Phosphatmengen enthalten. 

Physiologische Effekte
Grundsubstanz
  • Baustein von Nukleinsäuren, Phospholipiden und Knochenmatrix
Knochenstoffwechsel
  • Als Baustein der Calcium-Hydroxyl-Apatitkristalle wichtiger Regulator der Knochenmineralisation
Energiestoffwechsel
  • Als ATP Bestandteil der Energiebildung und -freisetzung
  • Cofaktor der Muskelkontraktion, Glykogenolyse und Proteinbiosynthese
Säuren-Basen-Haushalt
  • Pufferfunktion
Enzym- und Transmitterstoffwechsel
  • Cofaktor der zellulären Signalübertragung als second messenger
  • Cofaktor von Enzymen und Aktivierung von Hormonen durch Phosphorylierung

EFSA Health Claims

Health Claims EFSA Opinion
Phosphor
  • Trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei
  • Trägt zu einer normalen Funktion der Zellmembran bei
  • Trägt zum Erhalt normaler Knochen bei
  • Trägt zum Erhalt normaler Zähne bei
 

Referenzwerte

Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr D-A-CH 
  Alter Phosphor (mg/d)
Säuglinge (Monate)
  0-4  120
  4-12  300
Kinder (Jahre)
   1-4  500
   4-7  600
   7-10  800
  10-13  1250
  13-15  1250
Jugendliche/Erwachsene (Jahre) Frauen Männer
  15-19 1250 1250
  19-25  700  700
   25-51  700  700
   51-65  700  700
   > 65  700  700
Schwangere 800
Stillende 900
Erhöhter Bedarf Leistungssport, Alkoholabusus, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Kurzdarmsyndrom
Referenzwert laut Lebensmittelkennzeichnungsverordnung mg
(=100 % TB-Kennzeichnung auf Etikett) 700 mg
Sicherheit des Nährstoffes  
UL
 
Langfristige tägliche Aufnahmemenge, bei der keine
negativen Einflüsse auf die Gesundheit zu erwarten sind
4000 mg/d (laut NIH)
NOAEL
 
Maximale Aufnahmedosis, die in Studien keine
schädigenden Auswirkungen verursachte
1500 mg/d

Besondere Informationen

Phosphor und Knochengesundheit

Phosphor und Calcium sind Bestandteile und Bauelemente der Calcium-Hydroxyl-Apatitkristalle des Knochens und damit wesentlich am Aufbau des Stützapparates beteiligt (1). Klinische Studien mit proteingebundenen Calcium-Phosphatwirkkomplexen zeigten, dass diese eine bessere Wirkung auf die Knochendichte erzielen als reine Calciumgaben. Während die tägliche Einnahme eines marktüblichen Calbonpräparates mit 500 mg Calcium in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie den Knochendichteabbau nicht stoppen konnte, erhöhte die Gabe des Markenrohstoffes Calbon N (Calcium 500 mg/d, Phosphat 224 mg/d) die Knochendichte postmenopausaler Frauen mit Osteopenie um 0,5 % gegenüber dem Ausgangswert (2).

Abbildung: Die Wirkung von Calbon® N auf die Knochenmineraldichte (BMD) von postmenopausalen Frauen mit Osteopenie.

Labordiagnostik

Parameter Substrat Referenzwert Beschreibung
Phosphor im Blut Serum Erwachsene
0,8 - 1,5 (mmol/l)
Anorganisches Phosphat im Serum
Kinder ≤ 10 Jahre
1,15 - 1,9 (mmol/l)
Vollblut 1,38 - 1,50 (mmol/l) Gesamtphosphor im Vollblut
Interpretation
Verminderte Werte Vitamin-D-Mangel, Alkoholismus, Verdauungsstörungen, Verbrennungen
Erhöhte Werte Chronisches Nierenversagen, Hypoparathyreoidismus
Hinweis zu den Messergebnissen

Die Interpretation des Phosphatwertes alleine ist schwierig.

  • Bei erniedrigten Werten sollte gleichzeitig die Calciumkonzentration im Serum sowie die Phosphat- und Calciumausscheidung ermittelt werden.
  • Bei erhöhten Werten ist eine Kreatininbestimmung angeraten sowie eine Bestimmung der Calciumkonzentration im Serum und der Aktivität der alkalischen Phosphatase.     

Mögliche Mangelsymptome

Auswirkung auf Symptomatik
Knochen und Muskulatur Muskelschwäche
Knochenschmerzen, Osteomalazie
Herz-Kreislauf Arrhythmie, Kardiomyopathie
Nervensystem Metabolische Enzephalopathie mit Krampfanfällen, Koma
Verdauung Ileus

Indikation

Effekt Indikation Dosierung
Physiologische Effekte
mit niedrigen
Nährstoffdosierungen
Zur Sicherstellung der Phosphatzufuhr bei erhöhtem Bedarf, z.B. Leistungssportler, Heranwachsende 300 - 500 mg/d
Unterstützend bei Muskelschwäche 300 - 500 mg/d
Zur Unterstützung des Knochenstoffwechsels bei Osteopenie und Osteoporose 300 - 500 mg/d

Einnahme

Allgemeiner Einnahmemodus
 
Wann
 
Phosphat sollte zwischen den Mahlzeiten (60 Min. zuvor) eingenommen werden, da andere Mikronährstoffe und Nahrungsbestandteile die Resorption stören können.
Nebenwirkungen
Bei massiver kurzzeitiger Überdosierung können gastrointestinale Beschwerden (Erbrechen, Blähungen, Durchfall) auftreten.
Kontraindikationen

Niereninsuffizienz:

  • Bei eingeschränkter Nierenfunktion besteht die Gefahr der Phosphatüberdosierung durch mangelnde Ausscheidung.
     

Phosphatarme Kost:

  • Bei Hyperaktivität wird eine phosphatarme Kost empfohlen, und es sollte daher auf phosphathaltige Lebensmittel verzichtet werden.

Interaktionen

Interaktionen mit Arzneimitteln
Aluminiumhaltige Antazida (z.B. Maalox) Bilden unlösliche Komplexe mit Phosphat und hemmen dessen Resorption.
Interaktionen mit anderen Nährstoffen
Spurenelemente Calcium, Eisen, Aluminium, Bor können die Resorption von Phosphor beeinflussen.
Vitamine Hohe Vitamin-D-Dosen können zu einer Erhöhung der Phosphatspiegel führen.
Hohe Phosphatspiegel können die Umwandlung von Calcidiol und Calcitriol unterdrücken.

Verbindungen

Beschreibung des Mikronährstoffes
  • Mineralstoff
  • Formel: P
  • Ionen: P3-, P5+
Verbindungen
Calciumglycerophosphat, Magnesiumglycerophosphat, Eisennatriumdiphosphat, Eisendiphosphat, Eisen(II)-Phosphat, Manganglycerophosphat, Kaliumglycerophosphat, Natriumfluorophosphat

Referenzen

Referenzen

1) Hahn, A. et al. Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft GmbH Stuttgart. 2006.
2) Calbon®-N prevents loss of Bone Mineral Density. University of Hull.

Referenzen Interaktionen
Stargrove, M. B. et al. Herb, Nutrient and Drug Interactions: Clinical Implications and Therapeutic Strategies, 1. Auflage. St. Louis, Missouri: Elsevier Health Sciences, 2008.
Gröber, U. Mikronährstoffe: Metabolic Tuning –Prävention –Therapie, 3. Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2011.
Gröber, U. Arzneimittel und Mikronährstoffe: Medikationsorientierte Supplementierung, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2014.

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