Chondroitinsulfat

Synonym(e): Chondroitin
Nährstoffgruppe: Gelenk- & Gewebewirkstoffe

Vorkommen und physiologische Effekte

Vorkommen in der Nahrung
Chondroitinsulfat ist ein wichtiger Baustoff für Knochen, Knorpel und Bindegewebe. In unserer Nahrung kommt Chondroitinsulfat vor allem in Fleisch und Meeresfrüchten - insbesondere in Austern und Muscheln - vor.
 
Physiologische Effekte
Knorpel
  • Wichtigster Knorpelbestandteil, der Wasser bindet und eine gallertartige Substanz zur Pufferung in den Gelenken bildet
  • Stimulation anaboler Prozesse im Knorpel – Neusynthese von Proteoglykan
Entzündungen
  • Chondroitin wirkt antiinflammatorisch

Besondere Informationen

Glukosaminsulfat, Chondroitinsulfat - die Klassiker in der Arthrosetherapie
Glukosaminsulfat und Chondroitinsulfat sind die Klassiker in der nutritiv begleitenden Arthrosetherapie. Sie sind natürliche Gelenkbausteine und dienen zur Bildung der Synovialflüssigkeit. Durch ihr Wasserbindungsvermögen sorgen sie für Elastizität und Geschmeidigkeit des Knorpels, für optimale Viskosität der Synovialflüssigkeit und dadurch für eine bessere Pufferfunktion, wodurch Schmerzen reduziert werden (1) (2). Zudem dienen die in der Synovia enthaltenen Stoffe als Substrat für die Chondrozyten (Knorpelzellen), die regelmäßig neu gebildet werden müssen.
Kontrollierte klinische Studien und Metaanalysen bestätigen die Wirksamkeit der schwefelhaltigen Glykoproteine bei degenerativen Gelenkerkrankungen.
Die systematische Auswertung von klinischen Studien bestätigte die Wirksamkeit von Chondroitinsulfat bei der Reduktion der Arthrosesymptomatik (3). Die positiven Ergebnisse treten bei einer Kombination von Glukosaminsulfat und Chondroitinsulfat stärker auf als nur bei einer der Substanzen allein (4). Studien zeigen, dass bereits mit 1500 mg Glukosamin und 800 mg Chondroitin optimale Ergebnisse erzielt werden. Eine höhere Dosierung ist nicht notwendig (5) (6).
Auch auf Zellebene kann die Aktivierung des Knorpelstoffwechsels durch Glukosamin und Chondroitin beobachtet werden, ein Mechanismus, der weder durch gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen noch durch Placebo ausgelöst wird (7).
 
Europäischer Markenrohstoff: CS b-Bioactive Chondroitinsulfat
Die Qualität der eingesetzten Rohstoffe hat einen wesentlichen Einfluss auf die therapeutische Effizienz des Gesamtpräparats. Die Forderung der Therapeuten und Patienten nach vertrauenswürdigen, rückverfolgbaren und klinisch getesteten Rohstoffen (2) führte konsequenterweise zur Entwicklung von qualitativ hochwertigsten Markenrohstoffen in pharmazeutischer Qualität. Die Verwendung dieser Markenrohstoffe in der Mikronährstofftherapie schützt den Patienten vor unwirksamen oder verunreinigten unsicheren Inhaltsstoffen, wie sie in billigen Präparaten enthalten sein können.
CS b-Bioactive Chondroitin wird von der spanischen Firma Bioibérica hergestellt. Bioibérica beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Knorpelforschung und zählt durch seine jahrzehntelange Erfahrung zu den weltweit führenden Produzenten in diesem Segment. CS b-Bioactive Chondroitin stammt, im Gegensatz zu vielen anderen am Markt erhältlichen Chondroitinrohstoffen, nicht aus Haifisch-, sondern aus Rinderknorpel und ist daher ein nachhaltiger Rohstoff.

Indikation

Effekt Indikation Dosierung
Physiologische Effekte
mit niedrigen
Nährstoffdosierungen
Bei degenerativen und/oder entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Osteoarthritis oder Osteochondritis 800 – 1200 mg/d
Zum Erhalt und Wiederaufbau von Knorpelstrukturen und zur Verbesserung der Gelenkfunktionen bei mittelschweren bis schweren degenerativen Gelenkerkrankungen 800 – 1200 mg/d
Zur nutritiven Behandlung von akuten und schweren Gelenk- und Knorpelverletzungen 800 – 1200 mg/d
Präventiv zum Erhalt des Knorpelgewebes und der Gelenkfunktionen bei starker Belastung, insbesondere bei älteren Patienten (z.B. ältere Freizeitsportler > 45 Jahre) sowie bei Leistungs- und Hochleistungssportlern 800 – 1200 mg/d

Einnahme

Allgemeiner Einnahmemodus
 
Wann
 
Chondroitin sollte zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden.

Hinweis:
  • Zur Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen sollten 800 mg Chondroitinsulfat täglich eingenommen werden. Mit einer Verbesserung der Beschwerden ist im Durchschnitt nach acht Wochen zu rechnen. Bei Verletzungen in der Akutphase für eine Woche 1200 – 1600 mg täglich, dann 800 mg bis zum vollständigen Ausheilen.
Nebenwirkungen
Nach aktuellem Kenntnisstand sind keine relevanten Nebenwirkungen bekannt.
Kontraindikationen
Nach aktuellem Kenntnisstand sind keine relevanten Kontraindikationen bekannt.

Interaktionen

Interaktionen mit Arzneimitteln
NSAIDs (z.B. Ibuprofen, ASS) Der Bedarf an NSAIDs kann durch Einnahme von Glukosamin/Chondroitin verringert werden.
Interaktionen mit anderen Nährstoffen
Spurenelemente Mangan unterstützt Glukosamin und Chondroitin in ihrer Wirkung.
Glukosamin Synergistische Effekte mit Chondroitin auf Gelenkschmerzen und –abbau.
Vitamine Ausreichende Vitamin-C-, -E- und -D-Spiegel unterstützen die Wirkweise von Glukosamin und Chondroitin.

Referenzen

Referenzen

1) Uitterlinden, E. et al. 2008. Glucosamine increases hyaluronic acid production in human osteoarthritic synovium explants. BMC Musculoskeletal Disorders 9, Nr.1(November). doi:10.1186/1471-2474-9-120.
2) David-Raoudi, M. et al. 2009. Chondroitin sulfate increases hyaluronan production by human synoviocytes through differential regulation of hyaluronan synthases: Role of p38 and Akt. Arthritis & Rheumatism 60, Nr. 3: 760–770. doi:10.1002/art.24302.
3) Monfort, J. et al. 2008. Chondroitin sulphate for symptomatic osteoarthritis: critical appraisal of meta-analyses. Current Medical Research and Opinion 24, Nr. 5: 1303–1308. doi:10.1185/030079908x297231.
4) Chou, M. M. et al. 2005. Effects of chondroitin and glucosamine sulphate in a dietary bar formulation
on inflammation, interleukin-1beta, matrix metalloprotease-9, and cartilage damage in arthritis. Exp Biol
Med. 230(4):255-62.
5) Uebelhart, D. 2008. Clinical review of chondroitin sulfate in osteoarthritis. Osteoarthritis and Cartilage 16. Supp 3:S19-21. 

6) Norman, T. et al. 2010. Efficacy of a progressive walking program and glucosamine sulphate supplementation on osteoarthritic symptoms of the hip and knee: a feasibility trial. Arthritis Research & Therapy 12, Nr. 1. doi:10.1186/ar2932.
7) Petersen, S. et al. 2010. Glucosamine but not ibuprofen alters cartilage turnover in osteoarthritis patients in response to physical training. Osteoarthritis and Cartilage 18, Nr.1:34–40. doi:10.1016/j.joca.2009.07.004.

Referenzen Interaktionen
Stargrove, M. B. et al. Herb, Nutrient and Drug Interactions: Clinical Implications and Therapeutic Strategies, 1. Auflage. St. Louis, Missouri: Elsevier Health Sciences, 2008.
Gröber, U. Mikronährstoffe: Metabolic Tuning –Prävention –Therapie, 3. Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2011.
Gröber, U. Arzneimittel und Mikronährstoffe: Medikationsorientierte Supplementierung, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: WVG Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2014.

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