Weizenallergie

Mikronährstofftherapie

Definiton

Bei der Weizenallergie handelt es sich um eine immunologische Reaktion gegen Weizen. Im Gegensatz zur Zöliakie kommt es bei der Weizenallergie entweder zu IgE-vermittelten und/oder T-Zell vermittelten Reaktionen gegen diverse Weizenproteine, darunter Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs), ω-5-Gliadin und Lipid-Transfer-Proteine (LTP). Experten gehen bei der Weizenallergie von einer Erkrankung des Kindesalters aus. 
 

Symptomatik

Bei der Weizenallergie können an diversen Organen milde bis hin zu starke allergische Reaktionen auftreten. Dabei kann es bei den Betroffenen zu folgender Symptomatik kommen: Juckreiz sowie Schwellungen in den Bereichen Augen, Mund, Nase und Rachen, Nesselsucht, Neurodermitis, Urtikaria sowie atopisches Ekzem auf der Haut, allergischer Schnupfen, Atemnot sowie asthmatische Beschwerden in der Lunge und Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfälle und Krämpfe im Magen-Darm-Trakt. Da es sich um eine Allergie handelt, können auch schwere Reaktionen in Form eines anaphylaktischen Schocks auftreten. Neben der Nahrungsaufnahme von Weizen kann auch das Einatmen des Weizenmehlstaubs eine Allergie verursachen. Vor allem Menschen, die im Backhandwerk tätig sind, sind häufig vom sogenannten Bäckerasthma betroffen. Bei dieser Atemwegserkrankung leiden die Betroffenen häufig unter allergischem Schnupfen und/oder asthmatischen Symptomen, können aber Weizen als Nahrungsmittel ohne Probleme tolerieren. Wenn Betroffene primär gegen die Pollen des Weizens allergisch sind, kommt es hauptsächlich im Juni zu Beschwerden. 
 

Diagnose

Die Weizenallergie ist als seltene Erkrankung eher schwierig diagnostizierbar. Bei Verdacht sollte vorerst eine Zöliakie mit einhergehender Zottenatrophie ausgeschlossen werden. Die Grundlage für die weiteren Untersuchungen stellt die Anamnese beim Allergologen dar. Im Anschluss an das Arzt-Patient-Gespräch werden das Führen eines Beschwerdetagebuchs, die Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern gegen Weizen im Blut sowie verschiedene Tests (Prick-Test, Scratch-Test, Reibtest und Intrakutantest) empfohlen. Als letzte Schritte einer fundierten Allergiediagnose gelten die Anamnese danach und/oder Provokationstestungen. Für den Fall, dass die Testergebnisse keinen eindeutigen Rückschluss zulassen, kann der Allergologe in weiterer Folge einen Provokationstest am Ort der Symptome (z.B. Nasenschleimhaut) durchführen. Für den Fall, dass anamnetisch eindeutig schwere Sofort- oder lebensbedrohliche Reaktionen sowie ein positiver spezifischer IgE vorliegen, sollte beim Patienten auf eine orale Provokation verzichtet werden. 
 

Weizenallergie bei Kindern

Bei betroffenen Kindern treten allergische Reaktionen auf Weizen bereits wenige Minuten bis Stunden nach den ersten weizenhaltigen Mahlzeiten (Breie) auf, es können aber auch zeitverzögerte Reaktionen beobachten werden. Die Prognose der Erkrankung ist allerdings gut: Kleinkinder mit diagnostizierter Weizenallergie können im Schulalter eine Toleranz gegenüber Weizen aufbauen. Bei hoher Anzahl an nachweisbaren IgE-Antikörpern kann eine Weizenallergie aber bestehen bleiben. 
 

Sonderformen der Weizenallergie

In seltenen Fällen tritt die Weizenallergie auch als sogenannte weizenabhängige, anstrengungsinduzierte Anaphylaxie (wheat-dependent exercise-induced anaphylaxis, WDEIA) auf. Bei dieser Sonderform handelt es sich um eine IgE-vermittelte Sofortreaktion, die bei Kindern selten, bei Erwachsenen häufiger diagnostiziert wird. Bei der WDEIA kommt es nach dem Konsum von weizenhaltigen Produkten nur in Kombination mit körperlicher Anstrengung, Stress, Medikamenten, Alkohol oder hormonellen Faktoren zu allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Besonders Sportler, die vor der Fitnessroutine weizenhaltige Produkte verzehren, sind von der WDEIA betroffen. Ohne diese Faktoren sprechen Allergiker auf Weizen nicht an.  Bei Verdacht auf WDEIA wird mittels Bluttest nach Antikörpern des Hauptallergens (Omega-5-Gliadin) dieser Sonderform gesucht. Des Weiteren kann ein Provokationstest beim Allergologen durchgeführt werden, bei dem nicht nur das Weizenprotein verabreicht, sondern auch der vermeintliche Trigger simuliert wird. Eine weitere Sonderform stellt die eosinophile Ösophagitis/Gastroenteritis dar, bei der Weizen ein Auslöser sein kann. Bei dieser Erkrankung lassen sich eosinophile Infiltrate in der Schleimhaut der betroffenen Organe bei einer Spiegelung nachweisen. 
 

Therapie

Betroffene der Weizenallergie müssen auf Weizen verzichten, aber auch auf versteckten Weizen in verpackten Produkten wie Fertiggerichten, Suppen, Saucen oder Süßigkeiten wie Keksen achten. Vorsicht ist vor allem bei Begriffen wie Couscous, Bulgur, modifizierte Stärke, Mehl und Paniermehl geboten. Laut Experten sollten außerdem weizenähnliche Getreidesorten wie Dinkel, Grünkern, Emmer, Einkorn und Kamut gemieden werden. Glutenfreie Produkte können für Weizenallergiker ebenfalls ungeeignet sein, weil die verwendete Weizenstärke noch das Weizeneiweiß Albumin als Allergieauslöser enthalten kann. Grundsätzlich ist eine Desensibilisierung in einigen Fällen möglich. Medikamente für die Behandlung der Weizenallergie gibt es aus heutiger Sicht nicht. 
 

Studie: Alpha-Purothionin - Tri a 37 der Auslöser für Weizenallergie?

2013 hat eine Wissenschafterin des Instituts für Pathophysiologie und Allergieforschung der Medizinischen Universität Wien ein Protein im Weizen identifiziert, das die Ursache für die allergische Reaktion sein soll. Bei dem Protein handelt es sich um das sogenannte "Alpha-Purothionin - Tri a 37", welches Weizen vor Schädlingen schützt. In der Studie wurde festgestellt, dass Patienten, welche die allergenspezifischen Antikörper (IgE) gegen „Tri a 37“ im Blut aufweisen, ein viermal höheres Risiko haben, schwer allergisch auf Weizen zu reagieren. Durch die Identifikation des Proteins soll eine Weizenallergie deutlich einfacher diagnostiziert und behandelt werden können, so die Wissenschafterin. Das Protein war neben Weizen noch in Roggen und Gerste enthalten, nicht aber in Hafer, Reis, Dinkel, Soja und Sonnenblumenkernen. 
 

Symptomatik lindern

US-amerikanische Forscher haben von 2005 bis 2006 in einer Studie mit 8000 Probanden den Zusammenhang zwischen der Folsäurekonzentration und allergischen Erkrankungen untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass jene Studienteilnehmer, die einen höheren Folsäurespiegel hatten, auch geringere IgE-Antikörperlevel aufwiesen und somit seltener an Allergien und Asthma litten. Im Gegensatz dazu war die Wahrscheinlichkeit für einen erhöhten IgE-Antikörperspiegel bei den Probanden mit niedrigen Folsäurespiegeln (unter 8 µg / ml) um 30 % erhöht.

2009 wurde in einer Studie des Helmholtz-Zentrums in München untersucht, ob die Zufuhr von Vitamin E mit dem Auftreten einer allergischen Sensibilisierung sowie den IgE-Konzentrationen im Serum zusammenhängt. Bei den untersuchten 366 Erwachsenen im Alter zwischen 29 und 54 Jahren war das Risiko für eine allergische Sensibilisierung bei einer höheren Zufuhr an Vitamin E deutlich verringert.

In einer weiteren Untersuchung haben Forscher die Vitamin-A-Konzentrationen bei 433 Schulkindern im Alter zwischen 6 und 18 Jahren unter die Lupe genommen, die unter Asthma bronchiale litten. Die Forscher fanden heraus, dass die Vitamin-A-Konzentration im Serum bei den Asthmapatienten signifikant niedriger war als bei den 537 Kontrollpersonen.

Im Zusammenhang mit Asthma hat ein Forscherteam der Queen Mary University of London festgestellt, dass Vitamin-D-Präparate die Risiken einer schweren Asthmaattacke deutlich reduzieren können. Aus der durchgeführten Metaanalyse geht hervor, dass Patienten mit schwachem oder mäßigem Asthma, die zusätzlich Vitamin D zu sich nehmen, merkbar seltener schwere Asthmaattacken mit Krankenhausaufenthalten haben. Es zeigte sich bei Patienten eine Besserung, die das Präparat über mindestens sechs Monate einnahmen.

Schwarzkümmelöl (Nigella sativa) wird aufgrund seiner immunmodulierenden, entzündungshemmenden, antioxidativen und zytoprotektiven Eigenschaften seit langem zur Prävention und zur Linderung der Symptomatik bei allergischen Reaktionen eingesetzt. Klinische Studien bei Patienten mit allergischer Rhinitis, Asthma oder atopischem Ekzem untermauern die Effizienz der Anwendung in diesem Indikationsrahmen. Durch die Unterdrückung von Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine und Leukotriene sowie durch die Erhöhung der T-Zellen- und Killerzellenaktivitäten scheint Schwarzkümmelöl auch bei Autoimmunerkrankungen als Therapeutikum geeignet. 

Eine mangelhafte Zinkversorgung beeinträchtigt die Bildung und die Aktivität der Phagozyten und der natürlichen Killerzellen. Dadurch scheint Zink einen direkten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko, die -dauer und die -intensität zu haben. Es wird zudem vermutet, dass Zink die Bildung entzündungsfördernder Zytokine hemmt und dadurch auf das Infektionsgeschehen direkten Einfluss nimmt. Eine Zinksupplementierung kann besonders bei älteren Menschen zur Stärkung der Immunfunktionen dienen. Da Zink die Histaminausschüttung der Mastzellen hemmen kann, ist es ein wichtiges adjuvantes Therapeutikum bei Allergien und allergischen Reaktionen. Zudem konnte in Studien ein deutlicher Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelallergien bei Kindern und einem erniedrigten Zink- und Selenstatus nachgewiesen werden. 
 

Unterscheidung Zöliakie, Nicht-Zöliakie-Glutensensivität, Weizenallergie

Obwohl bei der Zöliakie, und der Nicht-Zöliakie-Glutensensivität sowie der Weizenallergie eine Unverträglichkeit gegen Gluten besteht, unterscheiden sich die drei Erkrankungen hinsichtlich ihrer Reaktion auf den Körper.

- Bei der Weizenallergie handelt es sich um eine IgE-Antikörperassoziierte Nahrungsmittelallergie auf Gluten.
- Zöliakie ist eine T-Zell-vermittelte Reaktion mit dementsprechenden IgA-Antikörpern.
- Bei der Nicht-Zöliakie-Glutensensivität werden hingegen keine Antikörper gebildet.

Empfohlene Dosierung

Mikronährstoff Empfohlene Tagesdosis
Folsäure

800 µg

Vitamin E

100 mg

Vitamin A

1000 µg

Vitamin D

50 µg

Schwarzkümmelöl

1-3 g

Zink

15-30 mg

Probiotika 

10 Milliarden vermehrungsfähgie Keime / Tag

Laboruntersuchung

Mögliche Laboruntersuchung (GANZIMMUN Diagnostics AG) Detailinformation
Weizen-IgE-Antikörer
Untersuchung auf das Vorhandensein von Weizen-IgE-Antikörper im Serum

Weizenallergie

Zonulin

Untersuchung auf erhöhte Werte von Zonulin im Serum

Zöliakie / evtl. Nicht-Zöliakie-Weizensensivität / evtl. Weizenallergie

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